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Warum das Tennis LK System nicht aussagekräftig ist!

Vor etlichen Jahren wurde das Tennis LK System in Deutschland eingeführt. Es versprach viele Verbesserungen und Neuerungen, die ein gerechtes Spiel ermöglichen sollte. Außerdem sollten die Tennisspieler anhand ihrer Leistung miteinander vergleichbar werden.

Im Grunde hat der Deutsche Tennis Bund (DTB) diese Herausforderung bereits früh gemeistert. Mit dem Tennis LK System 2.0 wurden im Jahr 2021 nochmal leichte Veränderungen vorgenommen. Weil die Zeit gezeigt hatte, dass das bishere Modell einige Schwächen hatte.

Diese Veränderungen haben die Tennis Leistungsklassen insgesamt zwar etwas runder gemacht. Dennoch hat das ganze LK System in meinen Augen weiterhin viel Luft nach oben. Warum ich es aktuell als nicht zielführend betrachte, will ich Dir ausführlich in diesem Beitrag erläutern.

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Brauchen wir Tennis Leistungsklassen?

Ja, auf jeden Fall brauchen wir Tennis Leistungsklassen (oder zumindest einen ähnlichen Vergleichsfaktor)! Stell Dir vor Du würdest ständig gegen irgendeinen Gegner spielen, unabhängig wie stark er ist. Dann kann es passieren, dass Du eine ganze Saison mit 6:0, 6:0 vom Platz gefegt wirst. Das macht Dir keinen Spaß und Deinen Gegnern genauso wenig.

Natürlich könntest Du jetzt argumentieren, dass dies mit dem Tennis LK System genauso passiert. Das stimmt jedoch nur bedingt. Unter „normalen“ Umständen wirst Du Dich nach einigen Jahren in die Klasse vorarbeiten, die für Dich realistisch ist. Dort werden die Matches enger sein und nur selten übermäßig schlechte oder extrem starke Spieler auf Dich warten. Weil Du Dich auf Deinem echten Niveau einpendeln wirst.

Aus diesem Grund finde ich Tennis Leistungsklassen grundsätzlich eine schöne Sache. Um es den Spieler angenehmer zu machen. Sie helfen dabei die Spielstärke grob einzuschätzen und langfristig die richtigen Gegner für Dich zu finden.

Die bundesweite Einführung des LK-Systems

Das haben sich viele der Tennisverbände ebenfalls gedacht und bereits vor 2009 ähnliche LK Systeme verwendet. Vorreiter war unter anderem Nordrhein-Westfalen. Bis 2011 sind die meisten Bundesländer ebenfalls dazu gestoßen. Sodass das erste Tennis LK System ins Leben gerufen wurde und dann vom Deutschen Tennis Bund in die Regularien aufgenommen wurde.

Mit der neuen Tennis LK 2.0 wurde 2021 eine erste größere Reform durchgeführt. Um weitere Optimierungen vorzunehmen. Wodurch vor Allem die Doppel-Wettbewerbe lukrativer gemacht werden sollten. Und die Spieler, welche nicht so viel Zeit finden, haben nun nicht mehr so viele Nachteile. Ich persönlich finde die Reform der Tennis Leistungsklassen insgesamt gelungen.

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ABER…. das Tennis LK System hat weiterhin Schwächen

Unabhängig der Reform zu den Tennis Leistungsklassen in der Version 2.0, hat das komplette Tennis LK System weiterhin enorme Schwächen. Natürlich ist es nicht ganz einfach allen Tennisspielern irgendwie gerecht zu werden! Hier müssen vom DTB sicherlich viele Dinge berücksichtigt werden, um am Ende eine Bewertung zu schaffen, die in jeglicher Hinsicht gelungen ist.

Aber um eine faire Einteilung und Bewertung der Spieler zu gewährleisten, braucht es in der aktuellen Fassung meiner Meinung nach tiefgreifendere Änderungen der Tennis Leistungsklassen. Außerdem eine starke Beschneidung der LK Turniere. Ich glaube das würde dazu führen, die Einteilung deutlich abbildungsfähiger zu gestalten. Schauen wir uns das nachfolgend detaillierter an.

Punkte nur mit dem Taschenrechner nachvollziehen?!?

Spätestens mit der Einführung des LK Systems 2.0 wurde die Nachvollziehbarkeit dramatisch eingeschränkt. Wenn ich Morgen ein Punktspiel habe, kann ich im Grunde nur mit einem Taschenrechner nachvollziehen, wie sich meine Leistungsklasse bei einem Sieg entwickelt. Das war zuvor deutlich besser und ist insbesondere aus Gründen der wöchentlichen Aktualisierung Deiner Leistungsklasse ein wichtiger Faktor.

Ich finde das macht es unnötig schwer für ambitionierte Tennis- bzw. Turnierspieler. Es ist zwingend notwendig den Rechner auf der mybigpoint Webseite zu öffnen. Neben der eigenen Leistungsklasse wirkt sich noch die Konkurrenz (Altersklasse oder nicht) sowie die aktuelle LK des Gegners aus. Bei der Berechnung musst Du zudem einen Schwellenwert berücksichtigen. Mehr zur Formel liest Du beim Tennis Magazin.

LK-Aufstiege sind zu leicht geworden!

Im Tennis LK System Version 1.0 bis 2021 gab es zudem noch die Schwierigkeit, dass wenn Du eine der besseren Leistungsklassen inne haben wolltest, ein solcher Spieler geschlagen werden musste. Aber auch wenn sich Deine Leistungsklasse nicht verschlechtern sollte. Wenn Du also zum Beispiel LK19 werden/halten wolltest, brauchtest Du einen Sieg gegen LK19 oder besser. Je höher die LK, desto schwieriger wurde es. Weil Du ab LK 13 zwei Siege brauchtest und ab LK 6 sogar drei Siege.

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Diese Regelung ist im neuen LK System weggefallen. Was es Vielspielern leichter macht, den Aufstieg zu schaffen. Denn wenn Du eine hohe Anzahl von Tennis Matches gewinnst, bekommst Du die entsprechenden Punkte. Unabhängig davon welche Spielstärke Deine Gegner haben. Natürlich bringen bessere Gegenspieler mehr Punkt. Genauso wie der jährliche Malus reduziert wurde. Nunmehr fällt Deine LK pro Kalenderjahr lediglich um 1,2 LKs (vorher 2 LKs).

Aber theoretisch kannst Du Dich gezielt zu Turnieren anmelden, wo das Teilnehmerfeld schwächer ist. Dann fegst Du die deutlich schlechteren Gegner vom Platz und bekommst ein paar Punkte. Machst Du das oft genug, kannst Du trotzdem eine bessere Leistungsklasse erzielen, obwohl Du eigentlich keine guten Ergebnisse abgeliefert hast. In meinen Augen eine Schwäche der neuen Tennis Leistungsklassen bzw. des ganzen LK Systems.

Es gibt zu viel Mauscheleien

Mehr Tennis Matches gewinnen

Bereits in Version 1 der aktuellen Tennis Leistungsklassen, haben sich einige Probleme verdeutlicht. Auf diversen LK Turnieren bzw. in den Mannschaftspunktspielen gab es immer wieder „Mauscheleien„. Wo Vereinskollegen gegeneinander angetreten sind und derjenige die Punkte bekommen hat, welcher sie dringender brauchte. Besonders beim Spiralsystem eine gute Möglichkeit für den stärkeren Gegner den Mannschafskollegen gewinnen zu lassen. Davon ist meiner Erfahrung nach doch sehr rege Gebrauch gemacht worden.

Generell waren die Ambitionen gegen deutlich schwächere Gegenspieler nicht sonderlich hoch. Warum bis an die Grenzen gehen, wenn Dir der Gegner nur geringfügig Punkte einbringt? Dann haben viele Tennisspieler das Spiel einfach abgeschenkt. Um noch frisch im „wichtigeren“ Match gegen den besseren Gegner fit zu sein. Oder um früher nach Hause fahren zu können. Leider keine Häufigkeit. Früher als wir noch (wie oben beschrieben) Matches gegen bestimmte Leistungsklassen gewinnen mussten, um aufzusteigen, war das sogar noch schlimmer.

Bei größeren LK Turnieren über mehrere Tage, musstest Du schließlich schauen, den richtigen Gegner zu erwischen. Da war es dann manchmal taktisch schlauer zu verlieren. Wenngleich ich es nicht wirklich als sehr sportlich empfand. Was letztlich dazu geführt hat, dass manche Spieler Matches gewonnen haben, die unter normalen Umständen hätten verloren gehen müssen. An diesem Faktor müsste der DTB in meinen Augen nochmal ansetzen, um ein aussagekräftiges Bewertungssystem schaffen zu können. Was uns aber auch gleich zum wohl größten Problem des Tennis LK Systems führt.

Das Tennis LK System ist zu wirtschaftlich

Du solltest Dir einmal genau vor Augen führen, wie das Deutsche Ranglisten-System bzw. im Amateurbereich das System um die Leistungsklassen funktioniert. Der jeweilige Verband bietet den Vereinen die Möglichkeit Turniere zu veranstalten. Große Tennisvereine können mit diesen Turnieren (in Verbindung mit einer Gastronomie) in vielerlei Hinsicht finanziell Gewinne einfahren. Aber was genau passiert mit der Teilnahmegebühr? Hauptsächlich behält der Verein die Einnahmen, abzüglich der Ausgaben für Bälle, Schiedsrichter und Gebühren an den Verband. Ja, richtig gehört: Gebühren des Verbandes.

Die Tennis-Verbände verdienen nämlich mit LK Turnieren gutes Geld. Je mehr Turniere in einem Jahr ausgerichtet werden, desto höher fällt der Gewinn aus. Ergo liegt es in deren Interesse die Einnahmen zu maximieren. Bestimmte Maßnahmen widersprechen also den (finanziellen) Interessen der Verbände. Wie zum Beispiel die Forderung vieler Vereine und Tennisspieler auf Maluspunkte für Niederlagen. Was das System effektiver und fairer gestalten könnte, weil Spieler die häufig verlieren bestraft werden würden.

Nur wird sich ein Tennisspieler sehr gut überlegen, ob er wirklich an einem Turnier teilnehmen möchte. Schließlich könnte er mit einer Niederlage ein Antrittsgeld zahlen, aber sich keinen Gefallen tun. Verliert er beispielsweise beide Spiele auf einem LK Turnier, hätte er ausschließlich negative Punkte für seine Tennis LK gesammelt. Somit könnten etliche Vielspieler abspringen, die Einnahmen durch LK Turniere würden sinken. Was auf keinen Fall im wirtschaftlichen Interesse der Verbände liegt.

Ball und Schläger vor dem Netz

Fazit zum Tennis LK System

Ich gebe zu, es wird niemals leicht sein alle Tennisspieler im Land in einem System adäquat miteinander zu vergleichen. Unter Anderem auch weil Quervergleiche häufig schwierig sind und Besonderheiten berücksichtigt werden sollten. Dennoch braucht der Tennis Sport diesen Vergleich sowie die Leistungsklassen. Anderenfalls kommt es gegebenenfalls zu Begegnungen die weder den Spielern, noch den Zuschauen Spaß bereiten. Enge, hart umkämpfte Matches entwickeln sich meistens zwischen ähnlich versierten Sportlern. Genau solche Matches machen Tennis so interessant.

Die Einführung von Tennis Leistungsklassen hat dafür einen Grundstein gelegt. Nur leider bietet dieses LK System erhebliche Schwächen. Auch die Reform im Jahr 2021 hat an den Schwächen der Tennis LK nichts verändert. In meinen Augen ist der finanzielle Aspekt der Verbände ein großer Baustein. Weil er verhindert effektive Maßnahmen einzuführen, welche der Bewertung der Spieler gerechter werden würden. Solange die Verbände allerdings Geld verdienen wollen, können zum Beispiel keine Maluspunkte eingeführt werden. Ansonsten würden weniger Spieler an LK Turnieren teilnehmen.

Mehr Punkte im Doppel und gegen schwächere Gegner zu bekommen ist jedoch allenfalls eine Verschlimmbesserung, solange die Hemmschwellen so gering gehalten werden, wie es aktuell der Fall ist. Im Grunde können sich Vielspieler nun noch besser hocharbeiten ohne dabei starke Gegner schlagen zu müssen. Die Reform zum LK System 2.0 ist ein Anfang, braucht jedoch noch weitere tiefgreifende Justierungen, um wirklich ein aussagekräftiges Bewertungssystem zu schaffen.

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