Zum Inhalt springen

Warum Cross spielen im Tennis häufig die bessere Option ist!

  • von
  • 10 Minuten Lesezeit

Hast Du Dir mal Gedanken darüber gemacht, wie Dein Tennis effektiver werden kann? In diesem Fall muss Dir zwangsläufig dass Thema cross spielen / longline (quer / gerade) begegnet sein. Denn im Tennis longline zu spielen birgt ein Risiko, dass Du in der Regel vermeiden solltest.

Was aber nicht zwangsläufig heißen soll, dass jeder Schlag diagonal verlaufen muss. Bei Weitem nicht. Dennoch werden Dir viele Trainer empfehlen, eher den Ball cross zu schlagen anstatt ihn die Linie entlang zu spielen. Das kannst Du in vielen Tennis Büchern und Zeitschriften nachlesen.

Cross spielen ist meistens die „sichere Variante“ und bietet dem Gegner nicht ganz so viele Optionen, wie ein Longline Ball. Zumindest in der Theorie und bei „normalen“ Spielsituationen. Ausnahmen bestätigen immer die Regel, aber um die soll es sich in diesem Artikel nicht drehen.

Vielmehr möchte ich Dir erklären warum der Cross-Schlag häufig (im Vergleich zum Longline Tennis) die sinnvollere Variante ist. Was an einem Schlag besser ist, den Du quer über das Feld schickst. Im Vergleich zu einem Ball der die Linie runter folgt. Dabei will ich auf Statistiken eingehen und Dir logische Schlussfolgerungen anbieten. Um letztlich die These zu stärken, dass der Cross-Schlag im Tennis häufig die bessere Option ist.

Vorteile des Cross-Schlags gegenüber des Longline-Balls

Die Aussage, dass der Cross-Ball im Tennis häufig die bessere Option ist, stammt nicht aus meiner eigenen Feder. Viele Experten & Trainer empfehlen ihren Schützlingen sich in einem Match auf’s Cross spielen zu fokussieren. Nachfolgend will ich Dir einige Faktoren benennen, welche im Cross-Schlag einen Vorteil erkennen lassen.

Natürlich werde ich nicht einfach nur einige Aussagen in den Raum werfen. Ich werde diese entsprechend untermauern, damit Du Dir sicher sein kannst, dass diese Aussagen Hand und Fuß haben. Okay, dann lass uns direkt mit dem ersten Vorteil gegenüber dem Longline-Tennis loslegen.

Cross spielen bietet mehr Sicherheit als longline Tennis

Wie jetzt? Mehr Sicherheit beim Cross spielen? Du kannst Dir doch bei einem gerade Schlag genauso sicher sein, wenn Du ihn häufig übst. Ja, das ist natürlich richtig. Aber der Longline-Schlag ist grundsätzlich vom Bewegungsablauf der schwierigere Schlag.

Wenn Du einen technisch sauberen Schlag ausführst, wird der Ball fast schon automatisch Cross-Court fliegen. Was an Deiner Rotationsbewegung im Oberkörper liegt. Und nicht daran, ob Du einen Wilson Blade 98 V8 spielst oder vielleicht auch einen Head Extreme Tour 2021.

Denn Du stellst Dich seitlich zum Ball, bewegst Deinen Oberkörper nach hinten und entlädst über die Muskeln den Schwung über die Vorwärtsbewegung auf die linke Seite. Im Treffpunkt gehst Du dann mit Deinem Tennisschläger nach links durch den Ball. Womit der Ball eher in die linke Hälfte des Feldes geschlagen wird.

Gerade für den Tennis-Anfänger ist cross spielen daher wesentlich einfacher, weil er den Ball durch seine natürliche Bewegung besser einschätzen kann. Was zwangsläufig zu weniger Fehlern führt. Beim longline Schlag hingegen ist ein perfektes Timing unabdingbar. Ansonsten landet Dein Schlag sehr schnell im Aus.

Fokus im Training auf Cross-Court

Aufgrund dessen, dass die Sicherheit mit einem Cross-Ball erhöht werden kann, gestalten viele Trainer die Übungen entsprechend. Soll bedeuten im Tennis Training wird häufiger der diagonale Ballwechsel trainiert. Diese Tatsache führt zwangsläufig dazu, dass ein Longline Ball weniger im Reportoire des Tennisspielers zu finden ist. Erhöht jedoch zwangsläufig Deine Fertigkeiten für einen Cross-Ball.

Sehr schade wie ich finde! Mit meiner Slinger Bag habe ich die Erfahrung gesammelt, dass Du durch viele Wiederholungen beide Schläge deutlich verbessern kannst. Die Maschine kannst Du übrigens sowohl bei Tennis-Point als auch Amazon kaufen.

Besonders bei jüngeren Spielern wirst Du es des Öfteren sehen, dass diese sich noch und nöcher die Vorhand-Cross-Rallye geben. Ohne dabei auch nur ein einziges Mal technisch nachlässig zu werden. Wenn Du diese Spieler dann jedoch aus dem Rythmus bringst, sind sie trotz der technischen Überlegenheit schlagbar.

Ein Stopp, ein Löbchen und dann noch den Slice und die sehr talentierten Spieler geraten aus der Bahn. Fazit: der Fokus im Training bei vielen Vereinen liegt auf der Vorhand cross. Doch Du solltest genauso den Longline-Ball in den Tennis Übungen abdecken.

Das Netz ist in der Mitte niedriger

Tennis Netz Sandplatz

Schauen wir uns außerdem einmal die Bedingungen auf dem Platz an. Insbesondere die Beschaffenheit des Netzes. Allein optisch dürfte Dir auf dem Tennisplatz aufgefallen sein, dass das Netz in der Mitte etwas „durchhängt„. Es ist dort also am tiefsten, genau gesagt 91,4 cm hoch (Quelle: Wikipedia).

Während das Netz an den Außenseiten der Netzpfosten 1,07 m hoch ist. Das sind also fast 20 cm Unterschied, die in einem Tennismatch enorm viel ausmachen können. Aber was sagt Dir das in Bezug auf die Frage cross / longline spielen? Richtig, es ist taktisch unklug eine Vielzahl der Schläge über einen viel höher gespannten Punkt am Netz schlagen zu wollen.

Im Grunde sagt das aus, dass die Fehlerquote bei Bällen, die über die Mitte des Netzes geschlagen werden, auf Dauer geringer ausfällt. Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass Du beim Cross spielen nicht ganz so hoch anvisieren musst.

Du könntest dort also einen deutlich flacheren Schlag platzieren, der es dem Gegner schwieriger macht einen ordentlichen Gegenschlag anzubringen. Die Höhe des Netzes sollte daher unbedingt in die taktischen Elemente auf dem Platz einfließen, insbesondere wenn Du im Tennis longline spielst.

Jetzt meinen Tennis Newsletter abonnieren

Der Platz ist diagonal viel länger

Ein weiteres Argument, welches das Cross spielen effektiver gestaltet, ist die Abmessung des Tennis-Platzes an sich. Die Daten dazu findest Du ebenfalls bei Wikipedia (wie oben verlinkt). Demnach ist der Tennisplatz 23,77 m lang (von Grundlinie zu Grundlinie).

In der Breite erstreckt sich das Feld über 8,23 m im Einzel und über 10,97 m im Doppel. In der Diagonale beträgt die größtmögliche Länge 25,15 m, also 1,38 m mehr als bei einem Longline-Schlag. Zumindest in einem Einzel-Match. Was Dir einen Puffer von über einem Meter gibt.

Triffst Du den Tennis Ball zu spät, stehst falsch oder kommst nur noch mit einem Rahmenschlag an den Ball, kann ein Cross-Schlag durchaus Fehler verzeihen und noch im Feld platziert werden.

Passiert Dir eines der genannten Missgeschicke bei einem Longline-Schlag, ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass der Ball den Weg ins Feld nicht mehr findet. Aus diesem Grund sollte Dir klar sein, dass Du beim Cross spielen die größte Sicherheit in Deine Schläge bringen kannst. Außerdem wäre da noch der Faktor….

dass ein Longline-Schlag im Tennis das Feld öffnet

Ronny, was meinst Du denn damit?

Nun, stell Dir vor Du bist in einem Punktspiel. Du und Dein Gegner geht über die Vorhand in einen Schlagabtausch. Nun möchtest Du den Punkt aber für Dich entscheiden. Darum setzt Du auf einen Vorhand-Schlag die Linie entlang (im Fachjargon beim Tennis longline genannt). Du versuchst also den Ball in die Rückhand Deines Gegners zu platzieren, welcher sich nun in seine Rückhandseite orientiert.

Cross Tennis - Geöffneter Bereich beim Longline Schlag beim Tennis

Jetzt hast Du durch den Longline-Schlag das Feld für Deinen Gegner geöffnet. Sofern Dir kein Winner geglückt ist. Schau Dir dazu die Grafik oben an, welche die Spielsituation verdeutlichen soll. Der lila Korridor zeigt die möglichen Schlagrichtungen Deines Gegenspielers. Du befindest Dich kurz nach Deinem Longline-Schlag noch in der Vorhandecke.

Orientierung zur Winkelhalbierenden

Die meisten Breitensportler vergessen nach einem solchen Ball gern, die Mitte der möglichen (folgenden) Schläge einzunehmen. Die sogenannte Winkelhalbierende. Mit deren Position Du alle Eventualitäten abdeckst. Allerdings befindet sich diese nicht in der Mitte des Platzes, sondern in dieser Situation leicht in der Rückhandecke. Das wird häufig falsch gemacht.

Denn der Longline-Schlag Deines Gegners kann Dich nur geringfügig nach Außen treiben. Diesen könntest Du von dort ohne Probleme erreichen. Viel problematischer wird der Ball kurz-cross. Er kann mit viel Winkel nach außen gespielt werden. Sodass Du eine enorm weite Wegstrecke zurücklegen musst und der Druck auf Dich steigt. Stehst Du in dieser Situation also mittig oder gar in der Vorhandecke, hast Du im Grunde keine Chance.

Wahrscheinlichkeiten nach dem Longline-Schlag

Bedenkst Du ebenfalls die Faktoren der Netzhöhe und der natürlichen Schlagbewegung, wird das Cross spielen zur sichersten Variante für Deinen Gegenüber. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich für einen Ball in Deine Rückhand entscheidet, steigt drastisch. Wie gesagt: das Feld ist hier länger, die Netzkante tiefer. Beides reduziert Fehler, die er in der Defensive nicht gebrauchen kann.

Anders verhält es sich, wenn Dein Lonline-Ball nicht gut geschlagen ist. (zu kurz, zu wenig Tempo, zu mittig) Dann kann sich das Blatt in diesem Ballwechsel schnell wenden, weil Du Deinen Gegner die Möglichkeit gibst, selbst die Kontrolle zu übernehmen.

Spielst Du den Ball zu kurz, kann er darauf mit höherem Tempo spielen oder sogar einen Netzangriff starten und Dich in die Defensive zwingen. Bei zu wenig Tempo ist Dein Vorteil ebenfalls verpufft, weil Du ihm zu viel Zeit bietest, sich in die Rückhand zu orientieren.

Schlägst Du Deinen Longline-Ball hingegen zu mittig, gibst Du dem Kontrahenten sogar die Möglichkeit, den Ball mit der Vorhand zu umlaufen und selbst seine starke Vorhand zu nutzen. Was Dich in eine noch ausweglosere Situation bringen könnte (Nicht muss! Abhängig von der Qualität Deines Kontrahenten.).

Versuche zu 80% cross zu spielen, nur 20% longline!

Aus den zuvor genannten Gründen solltest Du versuchen zu etwa 80% den Cross-Schlag zu wählen. Akzeptiere den Longline-Ball als das was er tatsächlich ist: Ein Angriffsball. Schließlich nimmst Du Zeit von der Uhr. Der Ball ist deutlich schneller beim Gegner und setzt ihn unter Druck.

Taktiken mit der Tennis Bibel erlernen

Dein Ball sollte daher nur dann longline geschlagen werden, wenn Du mit großer Wahrscheinlichkeit den Ballwechsel für Dich entscheidest. Ansonsten ist der Cross-Schlag die bessere Option.

Weil Du beim Cross spielen nicht nur viele Fehler aktiv vermeiden kannst. Übrigens mehr taktische Hinweise findest Du im Buch Taktik im Tennis oder auch in meiner Tennis Bibel des Amateursports. Einen Link zum eBook findest Du in der Navigation!

Deine Schläge haben deutlich mehr Spielraum in Punkto Netzkante und die Wegstrecke ist über 1 Meter länger in der Diagonalen. Ein nicht ganz so gut getroffener Ball, kann dann immer noch im Feld untergebracht werden. Im Gegensatz zu einem Longline-Schlag, der im Tennis sehr risikoreich betrachtet werden muss. Zudem öffnest Du das Spielfeld mit einem Cross-Schlag nicht ganz so extrem für den Gegner.

Was ihm kaum Angriffsfläche bietet, um Fehler von Dir zu provozieren. Im Tennis gewinnt – gerade im Amateurbereich – der Spieler, welcher die geringste Fehlerquote vorzuweisen hat. Darum mach weniger Fehler und spiele den Ball häufiger Cross-Court. Wer regelmäßig auf longline Tennis setzt, braucht sich nicht wundern, wenn der Erfolg ausbleibt.

Wie gehst Du in Deinen Matches mit der Schlagrichtung um? Spielst Du eher Longline oder lieber Cross-Court? Welche Erfahrungen hast Du damit bisher gesammelt? Schreib es mir gern in die Kommentare!

Jetzt meinen Tennis Newsletter abonnieren
Ronny Schneider

Ronny Schneider

Moin, ich bin Ronny und habe im Jahr 2010 die Leidenschaft für den Tennis-Sport entdeckt. Seither ist Tennis aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Seit 2021 bin ich nicht nur leidenschaftlicher Tennisspieler, sondern auch noch Tennis Botschafter und eBook Autor auf Sandplatz Tennis. Wo ich Breitensportlern helfen möchte sich zu verbessern!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert