Tennis ist ein sehr sehr komplexer Sport. Darum war er lange Zeit als der „weiße Sport“ bekannt und nur bestimmten Personengruppen vorbehalten. Gott sei dank sind diese Zeiten vorbei! Als Anfänger solltest Du in der Tennisschule nicht nur Regeln oder die Grundzüge der Vorhand Technik lernen. Es ist wesentlich komplexer. Trainer können Dir anfangs aber nicht Alles gleichzeitig vermitteln. Darum ist dieser Artikel auch nicht als Kritik zu verstehen, sondern als Hilfestellung! Würden die Trainer das nämlich tun, würden sich viele der Spieler auf dem Tennisplatz schlichtweg überfordert fühlen. Gegebenenfalls sogar mit dem Tennis spielen aufhören. Das will wirklich Niemand, Tennis Vereine suchen ohnehin schon händeringend Mitglieder!
Dennoch werden meiner Meinung nach wichtige Elemente auf dem Tennisplatz vernachlässigt. Ich selbst hätte mir gewünscht – wenn ich nach Jahrzehnten auf dem Tennisplatz zurückblicke – dass mich meine Trainer in gewissen Punkten besser abgeholt hätten. Natürlich bist Du im Nachhinein immer schlauer und jeder Spieler ist auf seine Art und Weise anders. Weil er andere Voraussetzungen mit sich bringt und letztlich später auch Tennis auf andere Weise spielt. Da kommt die Individualutät der Menschen ins Spiel, die Du durchaus ebenfalls bei den Tennis Profis erkennen kannst.
Aus dem Grund möchte ich in diesem Blogbeitrag detailliert darauf eingehen, was Dir meiner Meinung nach in der Tennisschule als Anfänger unbedingt beigebracht werden sollte. Ich zeige Dir praxisnahe Tennis Tricks, welche Du leicht auf dem Tennisplatz anwenden kannst. Tricks die kinderleicht zu verstehen sind und Dich am Ende zu einem deutlich besseren Spieler machen werden. Wie ich anfangs bereits erwähnt habe, ist Tennis ein komplexer Sport. Darum werden meine Tipps & Tricks nicht ausschließlich technischer Natur sein, sondern darüber hinaus gehen. Was häufig im Amateursport vernachlässigt wird. Wenn Du bereit bist für das nächste Level, MUSST Du diesen Artikel auf jeden Fall bis zum Ende weiterlesen!
Der Tennisplatz und seine Beschaffenheit
Ich glaube wir müssen hier ein wenig zwischen den Kindern und Jugendlichen / Erwachsenen unterscheiden. Im jungen Alter steht beim Tennis spielen lernen nicht zwangsläufig der Wettbewerb im Vordergrund. Kinder wollen einfach nur spielen, sich bewegen und Freundschaften schließen. Sie würden im Grunde einen ellenlangen Monolog des Trainers aus der Tennisschule ohnehin nicht verstehen, geschweige denn verfolgen (wollen).
In diesem Zusammenhang erinnere ich mich immer an meinen ersten Trainer im WRB Bückeburg, der ein sehr ruhiger und geduldiger Mensch ist. Trainierte er die Kinder im mittleren Alter des Vereins, musste er jedoch des Öfteren lauter werden. Weil einige von ihnen einfach nur Blödsinn im Kopf hatten. Mehrere von diesen Kindern in einer Trainings-Gruppe brachten ihn ab und an zur Weißglut. Ich glaube er hätte sich in dieser Konstellation den Mund fusslig gerdet, wenn er den Jungs und Mädchen etwas von Taktik oder dem Tennisplatz hätte erklären wollen.
Einem Jugendlichen (ab einem gewissen Alter) oder Erwachsenen hingegen, sollte der Trainer bereits in der ersten Stunde im Tennis Training, mehr über den Tennisplatz an sich erklären. Denn das nutzbare Feld ist kein Quadrat! Der Platz ist länger als er breit ist. Um genau zu sein ist er 11,885 Meter auf jeder Platzseite vom Netz bis zur Grundlinie. Seitlich von Auslinie zu Auslinie beträgt der Abstand 8,23 Meter. Während das Netz in der Mitte 91,4 cm hoch hängt und an den Seiten 1,07 Meter.

Daraus ergibt sich die logische Konsequenz, dass nicht jeder Schlag dieselbe Effektivität / Erfolgschance haben wird. Dazu musst Du kein Mathe-Genie sein! Jeder Tennis Anfänger dürfte erkennen können, dass ein Schlag über die Mitte des Platzes nicht so fehleranfällig ist, weil dort das Netz tiefer hängt. Außerdem ist ein Schlag „cross“ also diagonal von der rechten (Vorhand-) Seite auf die linke (Vorhand-) Seite (des Gegners) viel sicherer. Weil der Platz dort 1,5 Meter länger ist, was ich Dir bereits in meinem Artikel erklärt habe, wie Du mehr Tennis Matches gewinnst.
Ergänzend solltest Du Dir aber auch vor Augen führen, dass ein Ball „longline„, also geradeaus geschlagen, schneller ankommt. Du hast für den nächsten Schlag weniger Zeit. Dein Gegner aber ebenso! Steht Dein Gegner in der Vorhandecke, ist ein Ball in die Rückhand (lang) besser und schneller zu erreichen, als wenn Du ihn kurz cross in die Rückhand spielst. Dort wäre nämlich der Laufweg am längsten.
Warum vergisst die Tennisschule die Griffhaltung zu erwähnen?

In all meinen Jahren in denen ich schon Tennis spiele, hat mir ehrlicherweise noch kein Trainer eine intensive Einführung in die Griffhaltung gegeben. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster und würde behaupten, viele Tennisschulen vernachlässigen diesen Punkt ebenfalls. Was ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen kann! Ohne die richtige Griffhaltung kannst Du bestimmte Techniken nicht anwenden. Oder anders ausgedrückt, Du solltest Deine Bewegungen an Deine Technik anpassen.
Einen Kick-Aufschlag zum Beispiel, kannst Du nicht mit einem Semi-Western- oder Western-Griff spielen. Dafür brauchst Du eher einen Continental-Griff. Mit welchem sich Slice oder Volleys auch wesentlich besser spielen lassen. Wer den Kick später technisch verstanden hat, kann noch auf einen leichten Rückhandgriff wechseln, um nochmal mehr Drall und Winkel zu erzeugen. Jeder andere Griff führt jedoch dazu, dass Du den Schlag nicht richtig ausführst.
Aus diesem Grund sollte Dich ein guter Trainer auf dem Tennisplatz beraten. Dir helfen die richtige Griffhaltung zu finden, Deine Technik zu etablieren und Bewegungsabläufe daran anzupassen. Im schlimmsten Fall versuchst Du sonst jahrelang Techniken in der Tennisschule zu lernen, die Du rein physikalisch niemals korrekt ausführen wirst können. Im modernen Tennis wird von den meisten Trainern heute ein Semi-Western- oder Western-Griff gelehrt. Damit spielen auch die meisten Tennis Profis und daran kannst Du Dich gut orientieren.
Der Klassiker der Tennis Tricks: Höhe = Länge

So viele Tennisspieler sehe ich einen entscheidenden Fehler begehen. Der Trainer sagt ihnen (richtigerweise) „Du brauchst mehr Länge in Deinen Grundschlägen„. Darauf hin wird häufig versucht den gleichen Schlag mit mehr Kraft zu spielen. Dann müsste er ja länger sein? Jein! Wenn Du sehr gerade Schläge spielst, kann das durchaus klappen. Andernfalls prügelst Du den Ball nur mit mehr Tempo dorthin, wo er vorher gelandet ist.
Doch Du kannst Deine Schläge ja nicht nur mit der Geschwindigkeit regulieren. Daher ist einer der entscheidende Tennis Tricks die Flugbahn! Mit dem richtigen Drall und einer dazu passenden Höhe über das Netz schlägst Du nämlich gleich zwei Klappen. Du meidest Netzfehler und damit sehr einfache Punkte für Deinen Gegenspieler. Außerdem bieten Dir hohe Schläge in der Regel eine sichere Grundlänge. Fast schon automatisch! Am besten eignet sich dafür ein hoher Topspin. Du solltest aber nicht den Fehler machen und ihn mit einem Mondball verwechseln. Denn das ist er definitiv nicht!
Taktik ist genauso wichtig wie Technik….
Kommen wir zum 4. und damit letzten Punkt der Tennis Tricks, welche Du als Anfänger anwenden solltest. Wobei ich sogar soweit gehen würde, dass auch fortgeschrittene Spieler davon profitieren. Die Rede ist von der Tennis Taktik, ein sehr breit gefächertes Themenfeld. Soweit, dass ich Dir ein komplettes eBook mit über 500 Seiten geschrieben habe. Dieser Taktik Leitfaden, die Tennis Bibel des Amateursports, beschäftigt sich mit allen anderen Bereichen, mit denen Du ein Tennismatch gewinnen kannst.
Was gibt es dort so viel zu schreiben? Nunja… Als Tennis Anfänger oder/und Turnierspieler, beschäftigen wir uns in der Regel nur mit den technischen Aspekten. Doch Fitness und die körperliche Verfassung können ein Match ebenfalls entscheiden. Außerdem brauchst Du taktisch kluge Entscheidungen. In den richtigen Situationen die richtige Schlagauswahl. Ein generelles Verständnis über Spielertypen und Analysen der Stärken und Schwächen wäre auch nicht verkehrt.
Zudem sollten Tennisschulen im Training mit Anfängern immer wieder auf einige Standard-Spielzüge eingehen. Diese solltest Du als Spieler kennen und anwenden können. Einige davon findest Du natürlich in meinem eBook. Genauso wie praktische Tennis Tricks, um diese beim Training in Übungen einzubauen. Im Blog habe ich Dir dazu ebenfalls in mehreren Artikeln viele Hinweise mit auf den Weg gegeben. Wenn Du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, empfehle ich Dir diese Beiträge: Tennis Spielzüge und Tennis Taktik Training für Anfänger.
Sofern Du all diese Punkte berücksichtigst, kannst Du mit einem Matchplan fast jeden Gegner in die Knie zwingen. Wenn Du dann noch mentale Stärke beweist. Dich in engen Spielsituationen wie ein Gewinner verhältst und nicht die Nerven verlierst, dann steht Deinem Erfolg Nichts im Wege. Mein Taktik eBook liefert Dir die entsprechenden Checklisten und Spielzüge dazu! Lass uns gemeinsam loslegen.
Oder hast Du eine bessere Idee?
Abschließende Gedanken zur Tennisschule & Tennis Tricks

Meiner Meinung nach hat eine Tennisschule (und die dort beschäftigten Trainer) eine wichtige Aufgabe. Es soll nachhaltig an die Schüler vermittelt werden, mit welcher Technik und Spielweise möglichst viele Tennismatches gewonnen werden können. Natürlich gibt es dafür keine Patentlösung und es greifen viele Mühlen ineinander. Alles zur selben Zeit zu vermitteln empfinde ich ebenfalls als nicht zielführend. Der Trainer muss sich bestimmte Punkte im Spiel des Schülers auswählen und diese Schritt für Schritt verbessern. Ansonsten wird ein Schüler schnell mit den ganzen Informationen überfordert und weiß gar nicht mehr, was er auf dem Platz tun soll.
Auf der anderen Seite halte ich es für falsch, wenn eine Tennisschule elementare Faktoren nicht hinreichend erläutert. Das beste Beispiel ist der Topspin. Ein durchaus (technisch) komplexer und schwieriger Schlag im Tennis, den ein Schüler nicht von heute auf Morgen in hoher Qualität beherrschen wird. Vermittelt die Tennisschule dem Spieler jedoch nicht, dass er mit einem Continental-Griff keinen adäquaten Topspin spielen wird können, vergeudet der Schüler eventuell viel Potenzial. Das habe ich leider selbst erlebt, warum mir der Punkt unter meinen Tennis Tricks für Anfänger tatsächlich ziemlich wichtig ist.
Allerdings sollte der Artikel auch gezeigt haben, dass die anderen Tipps ebenfalls eine Daseinsberechtigung haben. Ich glaube, wenn Du Dir diese zu Herzen nimmst, wirst Du auf dem Tennisplatz ein viel besserer Spieler werden. Heißt aber nicht, dass Du dann über Nacht Profi bist. Du musst trotz der genannten Tricks weiter hart an Dir, Deiner Technik und Deiner Spielweise arbeiten. Wenn Du jedoch viel Zeit investierst, wirst Du auf lange Sicht die Erfolge sehen. Das verspreche ich Dir!




