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Nachdem ich jetzt über 1,5 Jahre Erfahrung aus der Praxis als Selbstbespanner sammeln konnte, möchte ich mich im Blog ausführlich mit der Fragestellung beschäftigen, ob 2 oder 4 Knoten beim Tennisschläger bespannen besser sind. Vor Allem was die Vor- & Nachteile mit der 2-Knoten-Technik sind und wie sich diese von der 4-Knoten-Technik unterscheidet.
Der Zeitpunkt des Artikels ist dabei schnell erklärt. Im Jahr 2025 habe ich mir meine erste eigene Besaitungsmaschine gekauft. Gebraucht bei eBay Kleinanzeigen. Ein Modell, wahrscheinlich aus den 70-er Jahren. Das leider so seine Ecken und Kanten hatte.
Was ich allerdings erst recht spät bemerkte. Ich musste nämlich irgendwann feststellen, die Qualität meiner Besaitungen entsprach nicht meinen Erwartungen. Vorher bespannte mir mein Trainer die Tennisschläger. Ein direkter Vergleich der Qualität war somit leicht vorzunehmen.
In einigen Gesprächen mit anderen Besaitern, konnte ich es auf die gebrauchte Maschine zurückführen. Im Endeffekt habe ich mir aufgrund dessen dann noch eine Neuere gekauft. Und zwar die Gamma Momentum 6+ Besaitungsmaschine, über welche ich bereits im Blog ausführlich berichtet hatte. Hierbei handelt es sich um eine Hebelarm-Maschine (nicht elektronisch), die mit einem Gegengewicht funktioniert.
Den Kauf bereue ich keine Sekunde und kann Dir als Vielspieler nur empfehlen, über einen Kauf nachzudenken. Damit sparst Du auf Dauer richtig Geld und kannst nicht nur Know-How aufbauen. Es hat viele weitere Vorteile die Tennisschläger bespannen zu können. Die große Preisfrage ist nur, ob das Ergebnis mit 2 Knoten oder 4 Knoten besser ist? Lass uns das gemeinsam nachfolgend herausfinden!
Vor- & Nachteile bei 2 bzw. 4 Knoten
2 Knoten Technik
- weniger Material notwendig
- bessere Spannung im Saitenbett
- weniger Risiko für Spannungsverlust an den Knoten
- Zeitaufwand steigt bei einigen Schlägern aufgrund des Besaitungsmusters oder der Ösenposition
- Längs- & Quersaiten müssen zwangsläufig gleich hart bespannt werden
4 Knoten Technik
- durch die Hybrid-Besaitung kann das Spielgefühl individueller angepasst werden
- weniger Zeitaufwand beim Tennisschläger bespannen
- unabhängig des Besaitungsmusters bzw. der Ösen anwendbar
- etwas mehr Material notwendig (ca. 0,50 – 1,00 Meter)
- potenziell mehr Spannungsverlust an den Knoten
Details zu den Vor- und Nachteilen erkläre ich Dir im Verlaufe des Artikels ausführlich!
Wie wird ein Tennisschläger bespannt?
Um einen Tennisschläger zu bespannen, ist es zwingend notwendig die Saiten mit Knoten am Rahmen zu befestigen. Ansonsten würden die Saiten verrutschen und ein Spielen wäre nicht möglich. Ob Du eine 2-Knoten– oder 4-Knoten-Bespannung auf Deinem Tennisschläger verwendest, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. In erster Linie von Deinem Schläger selbst, sowie dem von Dir gewünschten Saiten-Setup.
Die Hersteller empfehlen den Tennisschläger stets gleichmäßig zu besaiten. So werden die Kräfte, welche auf das Material wirken gut verteilt. Was wiederum den Verschleiß verringert. Potenzielle Beschädigungen treten dann nur selten auf. Würdest Du hingegen den Besaitungsvorgang an einem beliebigen Punkt starten und nur eine Hälfte des Schlägers den Kräften aussetzen, kann es sogar passieren, dass der Rahmen bricht.

Aus diesem Grund werden die Längssaiten, die vom Griff vertikal nach oben verlaufen, von Innen nach Außen besaitet. Du startest mit 2 parallelen Saiten in der Mitte des Schlägers, um am Anfang die Kräfte auf die Haltezangen zu halbieren. Im Anschluss bespannst Du immer abwechselnd eine Reihe nach links und eine Reihe nach rechts. Viele Selbstbespanner machen auch Blöcke bestehend aus 2 oder 3 Reihen in jede Richtung. Mehr solltest Du jedoch nicht einseitig bespannen, weil das Risiko von Beschädigungen dann deutlich steigt.
Bei den Quersaiten, welche horizontal von der linken zur rechten Seite verlaufen, empfehlen die Hersteller immer am Schlägerkopf zu starten. Von dort arbeitest Du Dich Richtung Schlägerherz vor (also zum Griff hin). Das soll auf lange Sicht schonender für den Rahmen sein.
ACHTUNG: Bei einer unsachgemäßen Bespannung Deines Tennisschlägers kannst Du die Garantie verlieren. Die meisten Hersteller liefern für jedes Modell eine konkrete Anleitung für den Besaitungsvorgang, an die Du Dich halten solltest. Die entsprechenden Anleitungen findest Du in der Regel auf der Webseite des Herstellers als kostenlosen Download.
Achte bei den Quersaites außerdem darauf, dass Du diese immer abwechselnd unter bzw. über der Längssaite einfädelst. Fortgeschrittene Besaiter können das im Schlaf. Wer Neuland betritt sollte die erste Zeit lieber einmal öfter kontrollieren. Fehler beim Einfädeln machen leider die komplette Tennisschläger-Besaitung unbrauchbar.
Wann solltest Du 2 Knoten verwenden?
In der Regel werden 2 Knoten verwendet, wenn Du ein einziges Produkt (Saite) auf Deinem Tennisschläger bespannen möchtest. Auf diese Weise kannst Du (Saiten-)Material einsparen, damit Deine 200-Meter-Rolle für 1 bis 2 Schläger mehr ausreicht.
Der Grund für die Einsparung ist recht simpel: Jeder Knoten benötigt etwa 25 bis 50 cm „Puffer„, damit Du die Saite mit der Maschine noch anziehen kannst. Anderenfalls wird der Aufwand höher oder Du musst die verwendete Saite wegwerfen und den ganzen Vorgang neu starten. Was sehr ärgerlich ist!
Gerade als Anfänger ist es meiner Erfahrung nach besser, wenn Du 2 Knoten weniger anbringen musst. Diese sind bei den ersten Gehversuchen ein deutliches Qualitätsproblem. Zumindest hat es mir die ersten Monate große Mühen bereitet. Zumal da auch noch der potenzielle Spannungsverlust im Raum steht.
Letztlich gibt es jedoch 2 Faktoren bei der Wahl der Besaitungs-Technik, die eine sehr entscheidende Rolle spielen.
Der Einfluss des Besaitungsmusters & der Ösen-Platzierung
Zwei Faktoren, auf die Du keinen direkten Einfluss hast, sind das Besaitungsmuster sowie die Rahmenkonstruktion Deines Schlägers. Oder sagen wir besser, auf diese hast Du nur einen geringen Einfluss. Natürlich kannst Du Dir einen Tennisschläger kaufen, der das für Dich passende Muster bzw. die entsprechende Rahmenkonstruktion besitzt.
Wie Du meinem Racket-Radar Tennisschläger Ratgeber entnehmen kannst, gibt es diverse Besaitungsmuster. Beispielsweise ein spinlastiges 16 x 19 oder ein etwas mehr auf Kontrolle ausgelegtes 18 x 20. Diese Beiden sind auch die am häufigsten verwendeten Muster, welche allerdings Auswirkungen auf den Besaitungsvorgang haben.
Denn je nach Schläger-Modell sind die Ösen anders platziert. Manche Schläger erlauben mehrere Muster durch individuelle Anpassung. Andere wiederum nicht. Das kann zur Folge haben, dass ein rahmenfreundliches Bespannen mit 2 Knoten nicht möglich ist. Daher wird von den Herstellern dann bereits in der Bespannungsanleitung auf die 4-Knoten-Technik verwiesen.
Wobei das eine Empfehlung ist, an die Du Dich nicht zwingend halten musst. Theoretisch kannst Du alle Schläger mit 2 Knoten besaiten. Wirst Dich bei einigen Modellen jedoch dann nicht vom Schlägerkopf zum Schlägerherz vorarbeiten können, weil die Längssaiten am Schlägerherz enden. Wo Du dann zu den Quersaiten übergehen musst. Wenn Du Dich darüber hinwegsetzt, hast Du im Falle einer Beschädigung allerdings keine Garantie, bleibst ggfs. auf den Kosten sitzen.
4 Knoten wenn Du verschiedene Produkte & Bespannungshärten verwendest

Sofern Dein Schläger-Setup verschiedene Produkte (also 2 unterschiedliche Saiten) oder abweichende Bespannungshärten für die Längs- bzw. Quersaite vorsieht, kommst Du um die 4-Knoten-Bespannung nicht herum. Der Vorteil daran: Du kannst verschiedene Eigenschaften miteinander kombinieren. Das macht es möglich ein sehr individuelles Spielgefühl zu kreieren.
Bei zwei unterschiedlichen Saiten kannst Du diese rein physikalisch nicht wie ein Produkt verarbeiten. Du könntest allerdings auf die Idee kommen, mit 2 Knoten dieselbe Saite längs- und quer unterschiedlich hart zu bespannen. Was allerdings keinen Effekt hätte, weil sich am Ende die Spannungshärte über den gesamten Schläger gleichmäßig verteilt.
Nehmen wir fiktiv an, Du möchtest Deinen Tennisschläger mit 23/21 Kilo bespannen. Spätestens nach dem Lösen der Haltezangen, werden die Saiten nicht mehr begrenzt. Nur von Deinen 2 Knoten. Darum verteilt sich die Spannungshärte mit dem Lösen der Zangen gleichmäßig über das gesamte Saitenbild.
Letztlich wirst Du dann irgendwas zwischen 21 und 23 Kilo haben. Aber definitiv keine unterschiedlichen Bespannungshärten für die Längs- bzw. Quersaite. Zumal Du es ohne Messung nicht einmal genau bestimmen kannst. Ich würde Dir also dringend davon abraten.
Wie unterscheidet sich der Besaitungs-Vorgang zwischen 2 und 4 Knoten?
Für den Einstieg ist die 4-Knoten-Methode meiner Meinung vom Ablauf her etwas einfacher. Lediglich die Knoten sind problematisch. Im Grunde wird der Tennisschläger erst mit den Längssaiten bespannt, welche dann mit 2 Knoten befestigt werden. Nach Abschluss kannst Du dann die Quersaiten vom Schlägerkopf zum Herzen hin einfädeln. Auch hier achte wieder darauf abwechselnd unter bzw. über der Längssaite einzufädeln.
Direkt bei der ersten Quersaite bringst Du einen Knoten an und dann bespannst Du entsprechend Saite für Saite. Am Ende bringst Du einen zweiten Knoten am Schlägerherzen an. Im Vergleich dazu kommt es bei der 2-Knoten-Methode darauf an, wie Deine Ösen angeordnet sind.
Normale 2-Knoten-Technik bei 8 Ösen am Griff
Hat Dein Schläger am Schlägerherz (also unten beim Griff) 4 Doppel-Ösen bzw. 8 Ösen, dann beginnst Du einfach am Schlägerkopf mit dem Bespann-Vorgang. 12 Meter sollten am Anfang locker reichen, später kannst Du durchaus weniger verwenden. Gute Besaiter kommen mit etwa 10,75 bis 11,00 Meter aus.
Ich würde Dir empfehlen beim Material die Anzahl der Längssaiten + die Anzahl der Quersaiten + etwas Puffer für die Knoten am Schläger selbst abzumessen. Im Anschluss misst Du nochmal die Hälfte der Längssaiten + etwas Puffer für den Knoten ab und ziehst die Saite bis zu diesem Punkt in die linke Öse neben der Halterung ein.
Nach dem gleichmäßigen Bespannen der Längssaiten machst Du einen Knoten am kurzen Ende. Während Du das lange Ende dann ebenfalls quer vom Schlägerkopf bis zum Herzen bespannst. Unten angelangt wird ein zweiter Knoten gesetzt, um die Bespannung zu vollenden. Das ist mit die einfachste Methode um einen Tennisschläger neu zu besaiten.
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Bei 6 Ösen am Griff: 2 Knoten „Around the World“ (ATW)

Manche Schläger, wie zum Beispiel der von mir gespielte Yonex VCore 100, haben am Schlägergriff jedoch nur 6 Ösen zur Verfügung. Bei diesen Modellen kannst Du die normale 2-Knoten-Bespannung nur anwenden, wenn Du Dich über die Vorgaben der Hersteller hinwegsetzt. Sprich Du bespannst die Quersaiten dann unsachgemäß vom Schlägerherz zum Schlägerkopf. Das kann auf lange Sicht jedoch zu Beschädigungen führen.
Aus diesem Grund wird in diesen Fällen auf das sogenannte „Around the world“ Verfahren (ATW) zurückgegriffen. Hierbei bespannst Du mit dem kurzen Ende der Saite lediglich 7 Längssaiten (bei einem 16 x 19 Muster) und am Schlägerkopf die erste Quersaite. Wo dann direkt ein Knoten angebracht wird.
Mit dem längeren Ende bespannst Du ebenfalls 7 Längssaiten (16 x 19 Muster). Die erste Quersaite ist ja bereits mit der Saite des kurzen Endes bzw. dem Knoten belegt. Daher wird dann an der 3. Quer-Öse weiterbespannt. Ja genau, an der 3. Öse. Die 2. Öse wird ausgelassen! SEHR WICHTIG!
Denn nachdem Du ab der 3. Quersaite bis 2 Ösen vor dem Ende bespannt hast, wechselst Du von dort nun in die Öse der Längssaiten und bespannst vertikal wieder nach oben. Von dort dann in die freie 2. Öse (die Du vorhin ausgelassen hast), um auf der anderen Seite dann die Saite vertikal in der Längsöse wieder nach unten zu bespannen.
Unten angekommen werden die beiden letzten Quersaiten bespannt und der zweite Knoten gesetzt. Das hört sich im ersten Moment sehr wild und schwierig an. Allerdings ist es das gar nicht. Du musst den Vorgang nur einige Male durchlaufen haben. Irgendwann wird es Dir leichter von der Hand gehen. Zumindest war das bei mir und meinem Yonex VCore 100 so.
2 Knoten Technik „Around the World“ (ATW) als Bildergalerie






























So werden die Knoten beim Tennisschläger bespannen zum Kinderspiel!
Ich hatte es weiter oben bereits erwähnt. Für mich waren die Knoten in der Anfangszeit eine Herausforderung. Dort habe ich relativ viel Spannung verloren. Was mir besonders bei der ersten Quersaite am Schlägerkopf nicht gefallen hat. Denn damit triffst Du in einem engen Tennis-Match durchaus den einen oder anderen Topspin. Oder auch einen gerade Aufschlag mit viel Tempo. Das birgt die Gefahr, dass die Saite dann reißt oder der Schlag nicht wie gewünscht wird.
Mein Problem war jedoch nicht die Knoten-Technik an sich. Klar gibt es mehrere Techniken, um beim Tennisschläger bespannen einen Knoten anzubringen. Start-Knoten, Wilson-Pro-Knoten (auch Doppelknoten genannt) und der – wohl bekannteste – Parnell-Knoten. Schnell war für mich klar, dass letztgenannter Parnell-Knoten die perfekte Lösung ist. Er ist einfach gemacht und schnell angebracht.
Du ziehst die Saite durch die Öse der Saite, an dem der Knoten angebracht werden soll. Dann fädelst Du erst über die Saite auf die andere Seite. Danach unter der Saite durch und von unten durch die Schlaufe hindurch. Jetzt ziehst Du die Schlaufe etwas enger zu, sodass Du mit der Saite nochmal hindurch kommst.
Gehe wieder über die Saite und dann von unten durch das eben erstellte Loch in der Schlaufe. Im nächsten Schritt wird die erste Schlaufe fest zugezogen. Danach kannst Du das Ende der Saite festziehen und der Knoten sitzt bombenfest.
Video Anleitung: Wenn Du Dir den Parnell Knoten noch nicht genauer vorstellen kannst, gibt es im Internet einige gute Tutorials dazu. Zum Beispiel das YouTube Video von Hans Thoring zum Parnell Knoten. Was ich Dir ebenfalls empfehlen kann, ist das deutsche Video von Tennis Ecke zu Knoten.
Praxis-Erfahrung: 3 exklusive Tipps gegen Spannungsverluste!
Drei Faktoren sind meiner Erfahrung nach extrem wichtig, damit Du möglichst wenig Spannungsverluste hinnehmen musst.
- Nachdem Du die Saite durch die Öse gefädelt hast, sorge unbedingt dafür, dass diese außen (am Rahmen) genügend Platz hat. Außerdem solltest Du diese mit der Starter-Klemmzange zunächst fest anziehen und dabei an der Außenseite mit dem Daum gegendrücken. So sitzt die Saite fest, verrutscht nicht und die Spannung bleibt aufrechterhalten. Manche Besaiter nutzen hierfür eine Ahle, drehen diese zusätzlich (vorsichtig) zu den beiden Saiten durch die Öse. Durch den Widerstand haben die Saiten kaum Spielraum. Doch das musst Du sehr vorsichtig tun, um die Saiten nicht zu beschädigen. Mir ist dadurch anfangs eine Saite gerissen ist. Das ist besonders bei der 2-Knoten-Technik ärgerlich, weil Du komplett neu beginnen musst! Weshalb ich es fortan mit dem Daumen gemacht habe.
- Beim Abschneiden der Saite ziehe den Knoten an und schneide ihn unter Spannung ab! Auf diese Weise verlierst Du sonst ebenfalls enorm viel Spannung. Zumindest ist das meine Erfahrung aus über 1,5 Jahren. Es sind manchmal Kleinigkeiten, die einen Unterschied ausmachen.
- Bespanne die letzte Saite vor dem Knoten mit etwa 2 bis 3 Kilo mehr als die anderen Saiten. So hast Du einen gewissen Puffer bei der Bespannung und der Verlust hält sich in Grenzen. Das machen auch Profi-Besaiter so.
Welches Equipment benötigst Du als Selbstbespanner?
Neben einer geeigneten Besaitungsmaschine gibt es Einiges an Equipment, welches Du Dir besorgen solltest. Mit diesem kannst Du die Qualität beim Tennisschläger bespannen deutlich steigern. Natürlich musst Du nicht jedes „fancy“ Zubehör kaufen. Doch etliches Zubehör hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Weil es Dir das Leben als Selbstbesaiter erleichtert.
Aus meiner Praxiserfahrung kommt es auch immer ein wenig auf Deine Besaitungsmaschine an. Je besser die Maschine, desto hochwertiger sind die dort bereits integrierten / mitgelieferten Werkzeuge. Zumal es einen Unterschied macht, ob Du 2, 4 oder 6 Befestigungspunkte an der Bespannungsmaschine hast. Das verringert nämlich ebenfalls die Kräfte, welche auf jeden einzelnen Punkt wirken.
Im Zusammenspiel mit der Gamma Momentum 6+ Besaitungsmaschine hat sich für mich folgendes Zubehör auf Dauer bewährt:
- Starter-Klemmzange
- Zusätzliche „mobile“ Doppelhaltezange
- eine Ahle

Tatsächlich nutze ich vor Allem die Starter-Klemmzange sehr häufig. Damit ziehe ich die Saiten fest und mache die Parnell-Knoten an meinem Yonex VCore 100. Die Ahle brauche ich eher selten, wenn ich mal Probleme habe, eine Saite durch die Öse zu bekommen. Da kann es schon Mal helfen mit der Ahle die bespannte Saite hoch oder herunter zu drücken.
Die mobile Doppelhaltezange nutze ich meistens beim Übergang von Längs- auf Quersaiten. Denn in dem Moment sind oft die beiden fest verbauten Haltezangen im Einsatz. Klar kannst Du an dieser Stelle auch mit der Starter-Klemme arbeiten.
Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Nutzung der Starter-Klemme am Außenrahmen zu Beschädigungen an den Saiten führen kann. Besonders wenn Du Produkte mit Profil verwendest, kann an der Stelle durchaus eine Quetschung erfolgen. Daher bin ich auf die Doppelhaltezange umgestiegen, die ich dann innen anbringen kann.
Zum Abschneiden nutze ich tatsächlich eine handelsübliche Haushaltsschere. Du solltest allerdings schauen, dass diese nicht zu groß ist, weil Du sonst schlecht an die Knoten herankommst. Oder Du berührst beim Schneiden ausversehen andere Teile der Bespannung. Das wäre ja ebenfalls sehr ärgerlich!
2 Knoten oder 4 Knoten, was ist nun besser?
Welche Technik solltest Du beim Bespannen nutzen?
ℹ️ Willst Du nicht hören, aber es kommt darauf an!
4 Knoten nutzt Du in der Regel, wenn Du …
- die Eigenschaften mehrerer Saiten verbinden möchtest.
- unterschiedlich hart die Längs- bzw. Quersaiten bespannst.
- Dein Schläger 2 Knoten nicht rahmenschonend hergibt.
- einfach etwas Zeit sparen möchtest.
2 Knoten hingegen wirst Du verwenden, wenn Du …
- nur ein einziges Produkt auf Deinen Tennisschläger bespannen willst.
- eine einheitliche Bespannungshärte nutzt.
- Schwierigkeiten mit den Knoten & Spannungsverlusten hast.
Am Ende ist es dann doch auch ein wenig Geschmackssache. Ich persönlich finde die Bespannung meines Yonex VCore 100 mit 2 Knoten deutlich fester. Dadurch habe ich ein „bissigeres“ Spielgefühl, direkteren Touch und etwas mehr Power. Zumindest habe ich diese Erfahrung über die Jahre gesammelt, welche sich bei vielen Saiten-Tests im Rahmen des Tennis Saiten Ratgbers gefestigt hat.
Ich würde Dir empfehlen wenn Du die Voraussetzungen von 2 Knoten mit Deinem gekauften Tennisschläger erfüllst, beide Techniken miteinander zu vergleichen. Es fühlt sich definitiv anders beim Spielen an. Und letztlich ist das Setup eines Schlägers genauso individuell, wie Deine Spielweise und das dafür benötigte Tennis Training.
FAQ zum Tennisschläger bespannen
Das kommt auf Dich, Deine Erfahrung und Deinen Anspruch an. Profi-Besaiter auf der ATP-Tour schaffen es einen Tennisschläger innerhalb von 10 Minuten zu bespannen. Diese müssen aber auch während des Matches schnell arbeiten.
Meine ersten Versuche haben ca. 100 Minuten gedauert. Nach einem Jahr und etwas Erfahrung konnte ich das auf ca. 45 Minuten reduzieren. Wenn ich mich beeile schaffe ich es jedoch unter 30 Minuten. Wobei hier gesagt werden muss, dass es stark von der genutzten Maschine abhängt. Mit Hebelarm brauchst Du etwas länger, als zum Beispiel mit einem elektronischen Gerät.
Schau Dir am besten meine 3 exklusiven Praxis-Tipps im Artikel an. Diese waren bei mir ein absoluter Gamechanger! Eigentlich sind es nur Kleinigkeiten, die aber gemeinsam eine große Wirkung haben.
In der Regel geht es wesentlich schneller und für gute Selbstbesaiter halten sich die Einsparungen am Material in Grenzen. Mit der Zeit bist Du sicherer mit den Knoten und dem Spannungsverlust, dann kannst Du auf jeden Fall Zeit mit 4 Knoten sparen. ACHTUNG: Dennoch spielt es sich etwas anders!
Nein, nicht zwingend. Vieles kannst Du anders regeln beim Bespannen. Statt einer mobilen Doppelhaltezange, kannst Du mit der Starterklemme arbeiten. Doch manches Zubehör macht Dir das Leben deutlich leichter und verbessert letztlich die Qualität der Besaitungen.
In meinen Augen ist das eine Frage des Preises, der Zeit und Genauigkeit. Eine Hebelarm Besaitungsmaschine hat gewisse Abweichungen (Die wir Breitensportler wohl kaum wahrnehmen werden!). Durch den manuellen Vorgang brauchst Du etwas mehr Zeit für den gesamten Besaitungsvorgang. Und natürlich kostet Dich eine elektronische Maschine gleich mal eben mindestens das Doppelte. Die Frage ist also was Dir wichtiger ist?


